David Strongin, Violine
Uriah Tutter, Cello
Elisha Kravitz, Klavier
Mit einer Hommage an den 7. Oktober 2023 kehrt das Trio Delyria zum sechsten Jahrestag mit einem besonderen Programm in der Villa Seligmann zurück. Im Mittelpunkt stehen Variationswerke, die auf israelischen und jüdischen Themen basieren. Auf dem Programm sind Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Paul Ben-Haim, Mieczyslaw Weinberg, Ursula Mamlok sowie der Gegenwart: Shalom Hanoch, Michael Wolpe.
Der australische Komponist Lee Bradshaw entdeckte das Trio Delyria beim Melbourne International Chamber Music Competition und entscheid sich, den drei israelischen Musikern ein Werk zuzueignen, welches deren kulturell-religiöses Erbe und Affinität für zeitgenössische Innovation verbindet. Daraus entstand ein viersätziges Werk mit einer epischen Bandbreite, die die Interpreten an ihre technischen und emotionalen Grenzen bringt und das Gravitationszentrum des Programms bildet. In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 2023 entschied sich Bradshaw den Vers „Mi Ha’Ish” („Wer ist der Mensch”) aus Psalm 34 als Titel zu nehmen. Dort liest man:
Wer ist der Mensch, der das Leben liebt / und gute Tage zu sehen wünscht?
Bewahre deine Zunge vor Bösem / und deine Lippen vor falscher Rede!
Meide das Böse und tu das Gute; / suche Frieden und jage ihm nach!
Mit der musikalischen Abstraktion von „Mi ha’Ish“ setzt Trio Delyria eine zutiefst bewegende und persönliche Hommage an die tragischen Ereignisse vom 7. Oktober 2023. In emotionalen Abgründen und sublimierten Höhen wiegt sich das Programm durch Werke der in Berlin geborenen Komponisten Ursula Mamlok und Michael Wolpe. Auch die Tragik des Kriegs und der Shoa kommen in den Werken von Paul Ben-Haim und Mieczyslaw Weinberg zum Vorschein. Den Programmbogen spannt eine Bearbeitung des bekannten israelisches Liedes „Shir Lelo Shem“ (Lied ohne Titel), welches durch die Geschichte des israelischen Pianisten Alon Ohel in Hamas-Gefangenschaft zu einem nationalen Symbol der Hoffnung und der Heilkraft der Musik geworden ist.
