DIE VILLA SELIGMANN HEUTE

 

Seit ihrer Wiedereröffnung im Jahr 2012 ist die Villa Seligmann als Haus für jüdische Musik ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Hannover. Sie profilierte sich unter der Leitung von Prof. Andor Iszák zu einem Zentrum jüdischer Kultur, in dem jüdisches Leben sichtbar und erlebbar wird. Seit 2018 hat Eliah Sakakushev-von Bismarck die künstlerische Leitung und die Geschäftsführung übernommen.

EIN OFFENES HAUS FÜR JÜDISCHE KULTUR

Die Villa Seligmann öffnet mit einer kreativen Vielfalt an Veranstaltungen ihre Pforten für alle interessierten Besucherinnen und Besucher, unabhängig von Religion und kulturellem Hintergrund. Durch das Lernen voneinander, das Wissen übereinander und Reden miteinander werden Brücken geschlagen, um Vorurteile abzubauen. Das Wirkungsfeld der Villa Seligmann fängt dort an, wo das jüdische Gemeindeleben aufhört: Somit versteht sich das Haus als eine gemeindeneutrale „Außenstelle“ des (deutschen) Judentums, die jüdische Inhalte an die gesamte Bürgerschaft vermittelt. Musik, Wort, Emotion und Intellekt verbinden sich zu einem offenen Austausch an Ideen und Lebenserfahrungen. Begegnungen werden geknüpft, Eindrücke und Erkenntnisse geteilt. Der Leitgedanke ist die Selbstverständlichkeit jüdischen Lebens in Deutschland im 21. Jahrhundert in der Mitte unserer Gesellschaft.

Inhaltliche Schwerpunkte liegen auf jüdischer Musik, Religion, Kultur sowie den vielfältigen Lebensrealitäten jüdischer Menschen weltweit. Die Villa Seligmann versteht sich als Begegnungsort für jüdisches Leben in all seiner Diversität in Deutschland und fördert aktiv den Dialog zwischen unterschiedlichen Kulturen und Weltanschauungen.

VERANSTALTUNGSFORMATE

Mithilfe verschiedener Formate vermittelt die Villa Seligmann jüdische Musik und Kultur in all ihren Erscheinungsformen. Dabei bilden nicht nur herausragende Künstlerinnen und Künstler aus der lokalen, nationalen und internationalen Musikszene den programmatischen Schwerpunkt. Auch Laien und Semi-Professionelle werden einbezogen. Die Konzerte erstrecken sich über zahlreiche Sparten der Musik, darunter Kammermusik, Liederabende, Chormusik, aber auch moderne Popmusik. Im Sommer finden darüber hinaus Veranstaltungen im Garten des Hauses statt, die sich beim hannoverschen Publikum großer Beliebtheit erfreuen.

Der Rahmen der Salongesellschaft ist von großer Bedeutung für den Charakter der Zusammenkünfte im Haus. Dazu gehören die an die Musik anschließenden Salongespräche, aber auch die musikalischen Tischgespräche, in denen universelle jüdische Konzepte behandelt und vermittelt werden. Mit der Reihe „Spurensuche“ wird ein kritischer und geschichtstreuer Blick in die Vergangenheit des Hauses geworfen.

AUSSTELLUNGEN ALS BRÜCKE ZUR JÜDISCHEN GEGENWART

In den ehemaligen Privaträumen der Familie Seligmann finden regelmäßig Dokumentar- und Kunstausstellungen statt. Sowohl eigene Produktionen als auch vielfältige Koopera-tionen ermöglichen neue Einblicke in die jüdische Denkweise und Kreativität. Von privaten Kunstsammlungen bis hin zu interaktiven Kunstinstallationen, von Zeit-zeugnissen und kulturpolitischen Zusammen-hängen bis hin zu hebräischer Kalligraphie, erfüllt die Villa Seligmann auch die Funktion eines jüdischen Museums, nicht zuletzt durch das historische Interieur und die Kunstwerke des Hauses. Die Ausstellungen richten sich nicht nur an ein vorgebildetes Publikum, sondern fördern durch innovative Konzepte, wie Führungen durch Schülerinnen und Schüler, auch die direkte Auseinandersetzung mit den Exponaten.

BILDUNG FÜR ALLE GENERATIONEN

Darüber hinaus versteht sich die Villa Seligmann als ein außerschulischer Lernort. So finden zum Beispiel Schreib- und Erzählwerkstätten für Kinder und Jugendliche statt, die spielerisch das Verständnis für jüdische Feiertage und Traditionen fördern. Die Villa Seligmann bietet ein umfangreiches Bildungsangebot für Menschen aller Altersgruppen an. Es richtet sich mit fächerübergreifenden Lernkonzepten in erster Linie an Schulen, aber auch an interessierte Erwachsene.


 

EINBLICK IN VERANSTALUNGEN

Fotos: © Heiner Schlote