Der Namenspatron

Siegmund Seligmann

Siegmund Seligmann, der einstige Hausherr und Namensgeber der Villa Seligmann, wurde am 19. August 1853 in Verden an der Aller geboren. Nach einer Lehre in einem Manufakturwarengeschäft trat er 1876 als Prokurist in die fünf Jahre zuvor gegründete Continental-Caoutchouc- & Gutta-Percha-Compagnie AG in Hannover ein. Mit nur 26 Jahren wurde er 1879 kaufmännischer Direktor und Vorstandsmitglied des Unternehmens

Die Ära Seligmann markierte für die Continental einen bedeutenden Aufstieg in der deutschen Gummi-Industrie. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Firma zu einem Unternehmen von Weltrang. Als kaufmännischer Leiter trug Seligmann wesentlich zum Wachstum und zur Diversifizierung des Unternehmens bei.

Für seine Verdienste für die Continental erhielt Siegmund Seligmann zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen. Unter anderem war er Ehrenmitglied in der Industrie- und Handelskammer und wurde zum Geheimen Kommerzienrat ernannt, ein Titel, der an erfolgreiche Persönlichkeiten in der Wirtschaft verliehen wurde. Er war nicht nur ein bedeutender Industrieller, sondern auch ein großzügiger Mäzen, der in Hannover und Verden Stiftungen unterstützte.1923 wurde er anlässlich seines 70. Geburtstages zum Ehrenbürger der Stadt Hannover ernannt. Siegmund Seligmann starb am 12. Oktober 1925 im Alter von 72 Jahren.

Im Jahr 1910 lies sich Siegmund Seligmann von dem Maler Max Liebermann porträtieren. Das Bildnis ist heute als Dauerleihgabe der Nachfahren Siegmund Seligmanns in der Villa Seligmann zu sehen.

Siegmund_Seligmann

Der Initiator

100 Jahre nach Fertigstellung der Villa Seligmann und dem Einzug von Siegmund Seligmann in das Haus, wurde die Siegmund Seligmann Stiftung 2006 auf Initiative von Professor Andor Izsák ins Leben gerufen. Zusammen mit viel bürgerlichem Engagement konnte so das Fundament für die Villa Seligmann, dem Haus für jüdische Musik, gelegt und ein wichtiger Ort der Begegnung geschaffen werden.

Professor Izsák wurde 1944 in Budapest geboren und studierte an der Franz-Liszt-Musikakademie. Bereits zu Studienzeiten war er Organist an der Budapester Dohány-Synagoge, der größten Synagoge Europas. Nach langjähriger Tätigkeit als Dozent am Béla-Bartók-Konservatorium und an der legendären Fodor-Musikschule sowie als Chor- und Operndirigent siedelte Andor Izsák nach Deutschland über.

Aus der intensiven Beschäftigung mit jüdischer Musik (Kompositionstätigkeit, Lehre, Forschung und Aufführungen mit namhaften Vertretern der synagogalen Musik aus aller Welt) ging 1988 das Europäische Zentrum für Jüdische Musik hervor, das 1992 unter seiner Leitung ein Institut der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover wurde. 2003 wurde Andor Izsák auf die Professur für Synagogale Musik berufen.

Heute ist Professor Izsák Ehrenpräsident der Siegmund Seligmann Stiftung und der Siegmund Seligmann Gesellschaft e.V. sowie des Fördervereins Freunde der Villa Seligmann e.V. Über sein Leben ist eine von Dr. Arno Beyer, dem ehemaligen stellvertretenden Intendanten des NDR, geschriebene Biographie mit dem Titel „Andor der Spielmann – Ein jüdisches Musikerleben“ erschienen.