In den 1920er und 30er Jahren gab es nicht nur in der Metropole Berlin Bands, die heiße Nächte hindurch in den Varietés und Tanzpalästen spielten, sondern auch in Hannover. Aber davon ist heute wenig bekannt, weil diese Bands keine Schallplatten aufgenommen haben.
Doch im Fall des Bandleaders Charles Hugo (amtlich: Karl Hugo Oppenheim) ist eine Spurensuche in Hannover tatsächlich gelungen. Durch die Erschließung seines Nachlasses und die Erinnerungen seines Sohns Werner kann sein Werdegang minutiös nachgezeichnet werden: seine Ausbildung, die Auftritte in Hannover und anderswo, seine Ausgrenzung durch die Nazis wegen seines jüdischen Vaters, seine Internierung in einem Zwangsarbeiterlager bei der Untertageverlegung der Produktion der V1-Flugbombe und sein Wirken als Bandleader in den britischen Officer‘s-Clubs im frühen Nachkriegs-Hannover.
In seinem Vortrag zeichnet Bernd Felbermair diese Spurensuche nach und illustriert sie mit unveröffentlichten Fotos, Dokumenten des Nachlasses und zeitgenössischen Schellackplatten.
