Nacht der Museen 2026

Musik, Kunst, Film, Vorträge und Führungen

Von 18 bis 23 Uhr


Beschreibung

Auch in diesem Jahr wird die Villa Seligmann erneut Teil der beliebten “Nacht der Museen” sein.

Die ehemalige Familienresidenz des Fabrikdirektors Siegmund Seligmann ist ein seltenes Zeugnis großbürgerlichen Judentums zu Beginn des 20. Jahrhunderts und bis zur Shoa. In der üppig ausgestatteten Historismus-Villa wurden hochrangige Gäste und Geschäftspartner empfangen. Heute ist die Villa Seligmann ein Ort der gelebten jüdischen Kultur.

Von 18 bis 23 Uhr erfahren Besucherinnen und Besucher Einzelheiten über die Geschichte, Architektur, Restaurierung der Innenausstattung sowie über die Kunstschätze des Hauses. In Vorträgen und Hausführungen werden Einblicke in das Kulturprojekt Villa Seligmann sowie das neue Bildungs- und Schulprogramm geboten.

Tickets zum Einheitspreis von 7 Euro können ab sofort im Vorverkauf erworben werden.

18.00 – 18.30 | Große Halle, EG
Begrüßung und Vortrag: Ein Kulturforum und Bildungsort im Fokus der Zeit – die Villa Seligmann heute: Projekt, Organisation und Wirkung: Vorstellung durch Teresa Steinhoff, Managerin für Öffentlichkeitsarbeit

DURCHGÄNGIG
Erdgeschoss
Ausstellung: The Perfume Portraits by Avi Ben Chamo – Vorstellung durch den Konzeptkünstler (bis 20 Uhr) und freie Besichtigung

Untergeschoss
Ausstellung: “Gesichter und Geschichten” – Jüdisches Leben in Deutschland -– 16 interaktive Roll-ups des MiQua Köln thematisieren markante Tief- und Höhepunkte aus 1700 Jahren.

1. Obergeschoss
Ausstellung: “Wie gut sind deine Zelte, Jakob”– Die Neue Synagoge in Hannover von 1870 – eine Produktion von Dr. Peter Schulze mit digitaler Videorekonstruktion der Technischen Universität Darmstadt

18.30 – 18.45 | Edgars Zimmer, 1.OG
Jiddischer Swing der 1930er und 40er Jahre
Grammophonplatten-Workshop mit Bernd Felbermair

18.45 – 19.15 | Große Halle, EG
Konzert: Orgelmusik der deutschen Synagogen vor 1938
Vorstellung der Sauer-Orgel und Vortrag von Martin Dietterle (1/3)

19.30 – 19.45 | Egdars Zimmer, 1.OG
Reflexe auf die Shoah
Grammophonplatten-Workshop mit Bernd Felbermair

19.30 – 20.15 | EG
Führung: Die Verwandlung der Villa Seligmann in den Jahren der Restaurierung: Barbara Helmrich, Dipl. Restauratorin für Kunst-und Kulturgut (1/2)

19.30 – 21.15 | Kinoraum 1.OG
Film: Johanna Seligmann Coppel – Ein Leben für die Familie

20.00 | 21.00 | 22.00 | 1.OG
Kurzführungen Ausstellung “Wie gut sind deine Zelte, Jakob”– Die Neue Synagoge in Hannover von 1870 Dr. Peter Schulze, Historiker

20.15 – 20.45 | Große Halle, EG
Konzert: Orgelmusik der deutschen Synagogen vor 1938
Vorstellung der Sauer-Orgel und Vortrag von Martin Dietterle (2/3)

19.30 – 21.15 | Kinoraum 1.OG
Film: Johanna Seligmann Coppel – Ein Leben für die Familie

20.45 – 21.00 | Edgars Zimmer, 1.OG
Kritische Frechheit der 1920er Jahre
Grammophonplatten-Workshop mit Bernd Felbermair

21.30 – 23.00 | Kinoraum 1.OG
Late Night Konzertvideo: Mondestrunken – Pierrot Lunaire und Verklärte Nacht – eine Aufzeichnung der Villa Seligmann aus der Coronazeit mit Musik und Pantomime von Max Kowalski und Arnold Schönberg
Carmen Fuggiss, Ofer Stolarov, Elisabeth Kufferath, Peter Mim und Musiker:innen des Niedersächsischen Staatsorchesters

21.30 – 21.45 | Edgars Zimmer, 1.OG
Jiddisches Leben zwischen New York und Buenos Aires
Grammophonplatten-Workshop mit Bernd Felbermair

20.45 – 21.30 | EG
Führung: Die Verwandlung der Villa Seligmann in den Jahren der Restaurierung: Barbara Helmrich, Dipl. Restauratorin für Kunst-und Kulturgut (2/2)

22.00 – 22.30 | EG
Konzert: Orgelmusik der deutschen Synagogen vor 1938
Vorstellung der Sauer-Orgel und Vortrag von Martin Dietterle (3/3)

22.30 – 23.15 | EG
Führung: Die Villa Seligmann im Fokus des Zeitgeschehens – Haus, Familie und Umfeld: Dr. Peter Schulze, Historiker

Stand 23.04.2026

Im Jahr 1906 schmückte Ferdinand Wagner (1847-1927) das prächtige Treppenhaus der Villa Seligmann in Hannover mit fünf neobarocken Allegorien, genannt „Die fünf Sinne des Menschen“. 1931 wurden die Gemälde versteigert. Im Hause des neuen Besitzers fielen die Ölgemälde „Fühlen“ und „Riechen“ (s. links) der Kriegszerstörung zum Opfer. Ein knappes Jahrhundert prägte die Abwesenheit der fehlenden Elemente die “Große Halle” der Villa Seligmann, bis 2023 die drei verbliebenen Sinne zurückgekauft und an die Originalschauplätze gehängt werden konnten.

2025 griff der Künstler Avi Albers Ben Chamo diese Geschichte mit TOUCH auf – einem Kunstwerk der Begegnung und der Interaktion. Präsentiert wurde TOUCH in der Villa Seligmann während der der Nacht der Museen 2025. Das Kunstwerk beschäftigt sich mit Fragen körperlicher Präsenz und sinnlicher Wahrnehmung. Zugleich lenkt es den Blick auf die historischen Lücken, die durch die verschwundenen Gemälde entstanden sind.

Mit The Perfume Portraits erweitert nun Ben Chamo die Malerei über das rein Visuelle hinaus, indem Duft als künstlerisches Medium eingesetzt wird. Geruch wird dabei Teil des Werkes selbst und entfaltet sich in Raum und Zeit. So entsteht eine Atmosphäre, in der Erinnerung, Wahrnehmung und Gegenwart miteinander in Beziehung treten. Die Ausstellung lädt dazu ein, Malerei als etwas zugleich Körperliches und Flüchtiges zu erfahren.

“Painting has nothing to do with paintings,” bemerkt Ben Chamo. Getreu dieser Haltung kehrt das verlorene Element nicht durch das Sehen zurück, sondern durch den Geruch.

Mit The Perfume Portraits interpretiert der Künstler die Abwesenheit der Werke als zeitgenössische sinnliche Erfahrung neu. Auf diese Weise verbindet die Ausstellung Vergangenheit und Gegenwart und verwandelt eine fragmentierte Geschichte in eine lebendige und immersive Begegnung.


Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Villa Seligmann ist leider nicht barrierefrei zugänglich.

Aktuelle Informationen zur Nacht der Museen entnehmen Sie bitte der offiziellen Veranstalter-Seite.


Wir weisen freundlich darauf hin, dass wir während dieser Veranstaltung Fotos und Videos erstellen. Das Bildmaterial wird auf unserer Internetseite und/oder Social-Media-Kanälen veröffentlicht und für die Pressearbeit genutzt werden. Mit ihrer Teilnahme erklären sich Besucherinnen und Besucher dieser Veranstaltung damit einverstanden.