In Hannover wird 2026 ein Doppeljubiläum gefeiert: Am 14. Oktober 1906, vor 120 Jahren, wurde Hannah Arendt in Hannover-Linden geboren. Sie gilt als eine der wichtigsten politischen Theoretikerinnen des 20. Jahrhunderts. Plätze, Straßen, Schulen und Preise werden nach ihr benannt. Zahlreiche neue Veröffentlichungen beschäftigen sich mit Leben, Werk und Wirkung Hannah Arendts.
Von 1904 – 1906 ließen sich Siegmund Seligmann und seine Frau Johanna eine großbürgerliche Villa errichten: Die Villa Seligmann in der Hohenzollernstraße in Hannover. Sie ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Hannover. Als Kulturhaus, Museum und Lernort zugleich wird in ihr jüdisches Leben sichtbar und erlebbar, die Familiengeschichte wird weitererzählt und erforscht.
Nach zwei kurzen Impulsvorträgen durch Eliah Sakakushev – von Bismarck und Dr. Diana Häs werden in einem sich anschließenden Gespräch die Parallelen im Leben von Hannah Arendt und Johanna Seligmann-Coppel beleuchtet. Mit Blick auf die jüdische Identität beider Frauen werden deren gesellschaftliche Wirkung und geistiger Nachlass, aber auch Flucht und Migration anhand ausgewählter Lebensstationen behandelt. Abschließend wird das Gespräch für Fragen und Anregungen aus dem Publikum geöffnet.
Dr. Diana Häs ist Dozentin an unterschiedlichen Bildungseinrichtungen für Philosophie und politische Theorie und seit 2024 Vorstandsmitglied des Hannah-Arendt-Vereins für politisches Denken e.V. in Bremen. Sie hat Philosophie und Erziehungswissenschaften an der Universität Osnabrück studiert.
Eliah Sakakushev-von Bismarck ist seit 2018 Direktor der Villa Seligmann. Seine Aufgaben umfassen die künstlerische und strategische Planung, Betriebswirtschaft, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Konzeption und Moderation von Veranstaltungen. Als Kulturmanager und Moderator folgt er regelmäßig Einladungen zu Podiumsdiskussionen und Vorträgen zu den Themen jüdische Musik und jüdisches Kulturerbe.

