Die Villa Seligmann

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lassen sich Geheimkommerzienrat Siegmund Seligmann und seine Frau Johanna in der hannoverschen Hohenzollernstraße eine repräsentative Villa in großzügiger Gartenanlage errichten. Als Architekten wählen sie den Hannoveraner Hermann Schaedtler.

Nach Siegmund Seligmann Tod im Jahr 1925 erlebte das Haus eine bewegte Geschichte. Sein Sohn Edgar Seligmann schenkte das Haus 1931 der Stadt Hannover. Das Inventar wurde versteigert, das Gebäude durch mehrere Nutzer immer wieder umgebaut und angepasst. Eine Zeit lang wurde es von der Wehrmacht genutzt, später als Bürogebäude des Landesernährungsamtes und als Lager für das Kestnermuseum. Bis 2008 nutzte die Musikschule Hannover das Gebäude.

Nach dem Erwerb der Villa Seligmann durch die Siegmund Seligmann Stiftung wurde das Gebäude von 2010 bis 2012 umfassenden Restaurierungsarbeiten unterzogen. Durch die großzügige Unterstützung von Förderern und engagierten Mitgliedern der Siegmund Seligmann Stiftung konnte dieses ambitionierte Projekt erfolgreich abgeschlossen werden.

Heute ist die Villa eines der wenigen hannoverschen Zeugnisse des jüdischen Bürgertums vor der Schoa. Zu den Veranstaltungsformaten gehören Konzerte, Ausstellungen, Vortragsreihen, Lesungen und Bildungsveranstaltungen. Die Villa Seligmann hat sich zu einer prägenden Einrichtung der Kulturlandschaft in Hannover entwickelt und ist weit über die Grenzen der niedersächsischen Landeshauptstadt bekannt. Sie schafft eine Plattform, die die Vielfältigkeit der Traditionen der jüdischen Musik ehrt und gleichzeitig Raum für kulturellen Austausch bietet. Die Villa Seligmann lädt Menschen ein, der jüdischen Geschichte und Gegenwart in Deutschland offen und aktiv zu begegnen, regt zu Reflexion und konstruktiver Auseinandersetzung an und stärkt damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit der Kraft der Musik und Kultur werden Brücken gebaut und Gemeinschaft und Verständnis füreinander gefördert.

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Fotos: © Bildarchiv Foto Marburg / Thomas Scheidt