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Ende 2006 hat die Siegmund Seligmann Stiftung das Gebäude erworben und am 17. Januar 2012 für die Öffentlichkeit eröffnet.

Die Villa Seligmann

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lässt sich Siegmund Seligmann in der hannoverschen Hohenzollernstraße eine repräsentative Villa in großzügiger Gartenanlage errichten. Als Architekten wählt er Hermann Schaedtler. Eines der wenigen hannoverschen Zeugnisse des jüdischen Bürgertums vor der Schoa, stellt die Villa mit ihrem Saal und ihren zahlreichen Räumen den idealen Ort für ein Haus der Dokumentation, Erforschung und Vermittlung jüdischer Musik dar. Sie bietet Platz für Archiv, Bibliothek und Phonothek, für Instrumente und Konzerte, für Ausstellungen, Vortragsreihen und Unterrichtsveranstaltungen.


Der Namenspatron

Der jüdische Bankkaufmann Siegmund Seligmann (geb. 19.8.1853 in Verden / Aller, gest. 12.10.1925 in Hannover) tritt 1876 als Prokurist in die Firma „Continental Caoutchouc- und Gutta-Percha-Compagnie“ ein. Drei Jahre später ist er im Vorstand tätig. Unter seiner Leitung entwickelt sich die Firma Continental zu einem Unternehmen von Weltrang. Im Jahr 1923 verleiht ihm die Stadt Hannover die Ehrenbürgerwürde.


Im Jahr 1910 lässt sich Siegmund Seligmann von dem Maler Max Liebermann porträtieren. Das Bildnis ist heute als Dauerleihgabe der Nachfahren Siegmund Seligmanns in der Villa Seligmann zu sehen.

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Prof. Andor Izsák ist Ehrenpräsident der Siegmund Seligmann-Stiftung und der Siegmund Seligmann-Gesellschaft. Über sein Leben ist eine von Dr. Arno Beyer, dem stellvertretenden Intendanten des NDR, geschriebene Biographie mit dem Titel „Andor der Spielmann – Ein jüdisches Musikerleben“ erschienen.

Der Initiator

Prof. Andor Izsák wurde 1944 in Budapest geboren und studierte an der Franz-Liszt-Musikakademie. Bereits zu Studienzeiten war er Organist an der Budapester Dohány-Synagoge, der größten Synagoge Europas. Nach langjähriger Tätigkeit als Dozent am Béla-Bartók-Konservatorium und an der legendären Fodor-Musikschule sowie als Chor- und Operndirigent siedelte Andor Izsák nach Deutschland über.

Aus der intensiven Beschäftigung mit jüdischer Musik (Kompositionstätigkeit, Lehre, Forschung und Auf-führungen mit namhaften Vertretern der synagogalen Musik aus aller Welt) ging 1988 das Europäische Zentrum für Jüdische Musik hervor, das 1992 unter seiner Leitung ein Institut der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover wurde. 2003 wurde Andor Izsák auf die Professur für Synagogale Musik berufen.

Im Jahr 2002 wurde Andor Izsák mit dem Großen Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet. Im Jahr 2007 erhielt er den Ehrenpreis der Stiftung Bibel und Kultur für sein Lebenswerk. 2012 wurde ihm der Yuval Award für sein Lebenswerk von der Cantors Assembly, der größten Vereinigung jüdischer Kantoren in der Welt, verliehen. 2016 wurde Izsák mit der Stadtplakette für Verdienste um die Landeshauptstadt Hannover ausgezeichnet.