160 Jahre Johanna Seligmann — das Filmprojekt

Jun 24, 2021

Es hat in der ver­gan­ge­nen Zeit wirk­lich Hel­den gege­ben. Hel­den, die still und unbe­ach­tet von der gro­ßen Öffentlichkeit ihre Pflicht erfüllten.

Aus dem Brief von Johan­na Selig­mann-Cop­pel an Ricar­da Huch, 5. Juli 1946

 

Am 9. Sep­tem­ber 2021 jährt sich der Geburts­tag der Haus­her­rin unse­rer Vil­la, Johan­na Selig­mann geb. Cop­pel, zum 160. Male. Aus die­sem Anlass laden wir zu einer Ver­an­stal­tung der beson­de­ren Art in die Vil­la Selig­mann ein. Wir bege­ben uns auf eine Spu­ren­su­che nach der Geschich­te die­ser jüdi­schen Frau, die in ihren letz­ten Lebens­jah­ren (den 30er und 40er des 20. Jahr­hun­derts) im Schwei­zer Exil vol­ler Sor­ge um ihre in Deutsch­land zurück­ge­blie­be­ne Fami­lie aus­harrt und überlebt. Wir wer­den ein­zig­ar­ti­ge Doku­men­te und Gegen­stän­de aus dem Fami­li­en­nach­lass zei­gen und Fami­li­en­mit­glie­der und His­to­ri­ker zu Wort kom­men las­sen. Als Herz­stück der Ver­an­stal­tung soll ein Film­por­trait über Johan­na Selig­mann, ihre Fami­lie und ihre Zeit pro­du­ziert und im Rah­men der Ver­an­stal­tung gezeigt werden.

 

Dir innigst und herz­lichst für all‘ die unend­li­che Lie­be, mit der Du mich von Beginn unse­rer Ehe an umge­ben hast, für die lie­be­vol­le Fürsorge mit der Du mei­ne ver­stor­be­ne Mut­ter umgabst, für die unend­li­che Lie­be, die du unse­rem Sohn und jetzt unse­rer Toch­ter und Enke­lin entgegenbringst.

Aus dem Geburts­tags­brief von Sig­mund Selig­mann an sei­ne Frau Johan­na im Jah­re 1921

 

Der Film wird auch den gegenwärtigen Spu­ren Johan­nas fol­gen und Men­schen auf­su­chen, die aus ihrem Leben etwas erzählen können.

Die Toch­ter des Solin­ger Ehren­bür­gers und Groß­in­dus­tri­el­len Gus­tav Cop­pel, die 1883 den Con­ti­nen­tal-Fabrik­di­re­kor Sieg­mund Selig­mann hei­ra­tet und nach Han­no­ver zieht. Ab 1933 ver­folgt sie aus der Schweiz die kata­stro­pha­len Aus­wir­kun­gen der NS-Herr­schaft auf ihre Fami­lie und unter­nimmt einen ver­zwei­fel­ten Ver­such, ihre Enke­lin­nen zu ret­ten. Die Toch­ter einer die­ser Enke­lin­nen wie auch ande­re Nach­fah­ren set­zen sich für die Pro­duk­ti­on die­ses Doku­men­tar­films mit Sta­tio­nen in Luzern, Solin­gen, Han­no­ver, Fal­ling­bos­tel (Hei­de­kreis Nds.) sowie Buchen­wald ein.

In Han­no­ver wird an unter­schied­li­chen Wohn­adres­sen sowie im gegenwärtigen Con­ti­nen­tal Werk, am Fried­hof Enge­soh­de und natür­lich auch in der Vil­la Selig­mann gedreht. Die­se Orte wer­den mit his­to­ri­schen Foto­gra­fien und Tex­ten aus dem Fami­li­en­nach­lass mit der gegenwärtigen Rei­se in einen visu­el­len Kon­text gesetzt. Ergänzend sol­len Mel­dun­gen und Berich­te aus Zei­tun­gen die dama­li­ge Epo­che nach­voll­zieh­bar machen.

 

Am Vor­tag sei­nes Schei­dens stand bei sei­nem Haus die Türe nicht still. Men­schen – noch und noch – ver­ab­schie­de­ten sich von ihm – trotz allem. Am ande­ren Mor­gen ging er allein – nur beglei­tet von sei­ner Haus­an­ge­stell­ten – in die Ungewissheit.
Ist unser Weg dage­gen nicht ein lich­ter, zur Höhe führender?

Johan­na Selig­mann-Cop­pel an Ricar­da Huch , 5. Juli 1946

 

Auch wir in der Vil­la Selig­mann wol­len die­ses Film­pro­jekt unter­stüt­zen und einen wei­te­ren Bei­trag zur Erin­ne­rungs­kul­tur und Ver­söh­nung leisten.

Unter­stüt­zen auch Sie mit einer zweck­ge­bun­de­nen und steu­er­lich absetz­ba­ren Spen­de die Pro­duk­ti­on des Film­por­träts und wer­den Sie Teil die­ses Projektes!

 

Sieg­mund Selig­mann Gesell­schaft e.V.
DE97 2504 0066 0334 5600 01
Ver­merk „Film­por­trät Johan­na Seligmann”

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Die Gesamt­kos­ten für die Film­pro­duk­ti­on belau­fen sich auf ca. 20.000 Euro.
Gesam­mel­te Spen­den flie­ßen direkt in die Film­pro­duk­ti­on ein.

Pro­du­zent ist der öster­rei­chi­sche Fil­me­ma­cher Hel­mut Wim­mer.

Für wei­te­re Infor­ma­tio­nen ste­hen wir Ihnen unter info@villa-seligmann.de gern zur Ver­fü­gung. Auf Wunsch stel­len wir gern per­sön­li­che Ver­bin­dung zu den Pro­jekt­in­itia­to­ren und Nach­fah­ren her.

Vie­len Dank!

 

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Bild­nach­weis: Nach­lass Ellen Suter-Seligmann